Testbericht: Tile

„Ordnung braucht nur der Dumme, das Genie beherrscht das Chaos!“ Das dachten sich wahrscheinlich auch die Erfinder von Tile. Was für ein Teil Tile? Aber erstmal langsam und von vorne. Zum internationalen Tag des Konsums, allgemein auch bekannt als Valentinstag, erhielt ich von meiner Freundin ein süßes Geschenk. Anscheinend stellte ich ihr mit „wo ist mein Schlüssel“ und „wo ist mein Geldbeutel“ die falsche Frage, ganz unauffälliger Hinweis. Seit Dienstag ist also ein Tile Slim mein neuer Begleiter.

Da ich mit meinem Exentri weniger Geldbeutel und mehr ein Kartenetui besitze, kam es mir natürlich auf Platz an. Das Slim ist zwar größer als sein Bruder Mate, aber dafür auch nur so dick wie zwei Kreditkarten.

Vergleich Tile Slim & Tile Mate

Was macht jetzt ein Tile?

Tile soll dabei helfen eure Gegenstände, an denen ihr dieses befestigt, wieder zu finden. Ich arbeite zuhause oft nach dem Haufenprinzip, wenn ich also jetzt meinen Geldbeutel suche, dann drücke ich in der App auf dem Handy den Knopf und der entsprechende Haufen klingelt, die Verbindung erfolgt via Bluetooth. Befindet sich der Gegenstand außerhalb der Reichweite, dann wird der letzte Standort angezeigt und nach dem Prinzip Schnitzeljagd läuft man dann im Kreis. Falls es jetzt schlimmer kommt und man verliert das Objekt oder es würde gestohlen werden, dann hilft das „Crowd GPS„. Jeder der ebenfalls die App auf seinem Handy installiert hat, würde den Standort aktualisieren und dem Besitzer ein Update schicken. Konnte ich soweit auch nachvollziehen, als ich die Anwendung auf einem zweiten Smartphone installiert hatte und auf meinem Primärgerät Bluetooth ausstellte. Laut Hersteller soll diese Funktion komplett anonym arbeiten. Dass dabei einige interessante Geschichten zustande kommen, zeigt ein Blick auf den Tile-Blog.

Benachrichtigungen in der Tile-App

Eigentlich gibt es jetzt erstmal nichts negatives zu berichten, eigentlich. Es gibt nun Item-Tracker welche mit einer wechselbaren Batterie ausgestattet sind, das ist bei Tile nicht der Fall. Laut Hersteller-Webseite soll die eingebaute Batterie ein Jahr lang den Dienst verrichten und über die App wird man rechtzeitig benachrichtigt um Ersatz zu besorgen. Ob man dann bei der Ersatzlieferung wieder den vollen Preis bezahlen muss, das wird sich zeigen. Zudem musste ich auf dem Gerät meiner Freundin, einem Sony Xperia Z5 Compact, einen erhöhten Akkuverbrauch feststellen, auf meinem iPhone hat sich durch die zusätzliche „Belastung“ nichts verändert. Ein letzter negativ Punkt, bevor ich dann doch zu einem lobenden Fazit komme; mir ist es nun schon zwei Mal passiert, dass ich durch irgendwelche Umstände die Verbindung verloren hatte und mir Tile anschließend eine Benachrichtigung zu einem verlorenen Gegenstand geschickt hat. Nicht tragisch, aber auch noch nicht optimal.

Ich wollte schon immer wissen, was mein Auto den ganzen Tag macht.

Ich hatte mich schon öfter mal mit Trackern auseinandergesetzt, mich aber nie getraut mich eine Entscheidung für ein System zu treffen. Nachdem ich jetzt mehr oder weniger gezwungen wurde, war ich schon nach wenigen Minuten begeistert und habe noch ein paar Tiles für diverse Schlüssel bestellt. Nachdem man Tiles nicht nur in Geldbeuteln oder am Schlüssel verwenden kann, sondern auch Rucksäcke, Taschen oder auch im Notfall sogar seinen Teddy damit ausstatten kann, lohnt es sich direkt mehrere zu bestellen. Im Set von vier oder acht lassen sich somit 30% oder 35% sparen. Man kann sich auch kostenlose Tiles „verdienen“ indem man seine Freunde über einen Link einlädt und wem das graue „Kästchen“ am Schlüsselbund zu langweilig ist, dem sei mit skinit geholfen.

Wenn der Teddy sicher wird…

Kurzum, mir gefällt Tile und ich bin gespannt wie ich das System im Langzeittest nutzen werde. Die App wirkt aufgeräumt und man hat schnell Zugriff auf die wichtigsten Funktionen. Zum Spaß und weil ich noch eines übrig hatte, habe ich auch mal mein Auto ausgestattet. In der Regel kann ich mich aber auch so daran erinnern, wo ich mein Auto geparkt hatte. Die Amis lösen das Problem in den meisten Fällen mit einem zusätzlichen Knopf an der Fernbedienung, mit dem auf Wunsch das Auto ein brachiales Hupkonzert von sich gibt. Mit Land Rover gibt es nun auch den ersten Automobilhersteller, der Tile direkt ins Infotainment integriert.

Wir Nerds eben… 😉

eAk

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