Berlin: Mein erster Marathon – und so

Immer das Ziel im Blick haben (oder wissen wo es steht…)

Montag Abend, ich sitze im ICE zurück nach Hause und wie immer verlasse ich den Ort des Geschehens mit gemischten Gefühlen. Unser Projekt Continental GripTeam lief fast auf den Tag genau zehn Monate und fand nun mit dem Berlin Marathon sein geplantes Ende. Es tröstet nur wenig, dass sich die meisten auf irgendwelchen Events oder privat begegnen. Team ist immer auch ein bisschen Familie und in dieser Konstellation wird es das wahrscheinlich nicht mehr geben.

Wenn man seinen ersten Marathon finished ist das ein kleines Feuerwerk der Gefühle, dachte ich. Aber dafür muss ich etwas ausholen und erstelle nebenbei meinen kleinen Jahresrückblick 2017. Beruflich war ich dieses Jahr vier mal in den USA und habe mir natürlich direkt beim ersten Besuch im Januar eine anhängliche Erkältung eingefangen. Sport und speziell Laufen ging nicht mehr so gut und die überzähligen Kilos wurden dadurch auch nicht weniger. Im April war der Hannover Marathon geplant und die Erkältung verfolgte mich immer noch, mal mehr mal weniger. Aber wenn irgendwann gar nichts mehr hilft, dann wirft man doch die Atombombe Antibiotikum drauf und dann trete ich so auch noch zum Halbmarathon an. Rate ich dringend von ab und das gleiche hat mir natürlich auch mein Arzt gesagt, aber wenn du eh vor Ort bist, einfach nur so deine Startunterlagen abholst, geiles Wetter hast, geniale Stimmung… Ehrgeiz meets Unvernünftig – das Ergebnis war natürlich für den Arsch, aber who cares, ich habe gefinished.

Das GripTeam beim Frühstückslauf

Dann hätte alles wieder besser werden können, aber jetzt waren die Kilos anhänglich. Leider fand ich dafür keine Erklärung, selbst als ich zwischen den USA-Ausflügen zuhause versucht hatte mich gesund zu ernähren, natürlich in Kombination mit Sport, auf der Waage gab es kein Ergebnis. Meine Freundin hat viele Bekannte in der Fitness-Branche und dadurch haben wir den Tipp mit der Stoffwechselkur/-diät bekommen. Viele die mich kennen wissen, dass ich gerne zu Extremen neige. Als Beispiel lässt sich die Paleo-Ernährung nennen, aber die Ergebnisse gaben mir immer recht. Ein kurzer Abstecher und etwas Werbung in eigener Sache zur „Kur“ gibt’s weiter unten. Spoileralarm, ich hab in 3 Wochen 7,7 kg abgenommen. Sowas kennt man sonst nur von irgendwelchen dubiosen Werbeanzeigen, 7,7 cm in… aber dieser Testbericht steht noch aus. 😉 JK

Startnummer (Check)

Den Urlaub am Gardasee habe ich als kleines Trainingslager missbraucht, Cathy hasst mich noch heute dafür. Fußball, Basketball, Tennis, La Quercia bietet alles. Bei den Laufeinheiten fühlte ich mich fit, außer nach den 18 km, bei 27 Grad, 3 Litern Flüssigkeitsverlust und den verbleibenden 6 km zurück zum Campingplatz nachts um 23:00 Uhr.

Trotzdem reiste ich in Berlin mit einem mulmigen Gefühl an, mein Knie war außerhalb des Trainings etwas instabil und schmerzte zu oft. Schmerz vergeht, stolz bleibt, vielleicht wollte ich mir auch nur selber schon die Ausrede für ein mögliches Scheitern parat legen. Trainiert hatte ich nach einem Trainingsplan für 4 Stunden, laufen wollte ich letztendlich zwischen 4:15 und 4:30, hatte mir die entsprechenden Zwischenzeiten auf den Arm geschrieben. Normalerweise wenn ich einen halben Marathon laufe, drehen sich meine Gedanken nach den ersten zehn schon darum, wann ich endlich fertig bin. Viel zu oft lasse ich meinen Gedanken freien Lauf und drifte ins Negative ab, weswegen ich gerne mit Musik auf der Strecke bin. Innerlich singe ich dann immer und strahle von links nach rechts. Ein Lied was mich aktuell immer flasht und erdet, Lieblingssongs – Olson & Lary.

Musik zur Motivation…

In Berlin wollte ich ohne Handy, mit wenig Ballast unterwegs sein. Musik auf die Apple Watch, Bose Soundsport in der Hosentasche. Die erste Stunde blieben sie auch da, danach begann das Kopfkino und ich musste früher als gewollt „abschalten“. Lustigerweise hatten wir es bei der Pasta-Party am Vorabend von der passenden Musik zum Laufen und welche BPM „helfen“. In der Tat habe ich mich dabei ertappt schneller zu Laufen, hatte aber ein gutes Gefühl und auch die Zeit zum HM mit 2:10 war im Rahmen. Bis dahin hatte ich mir kein einziges mal Gedanken darüber gemacht, wie viele Kilometer ich noch laufen müsste. Noch 30, 29, 28, nichts! Ab KM 22 merkte ich meine Muskeln und wollte etwas Tempo rausnehmen, aber vielleicht war es da schon zu spät. Bei KM 25 wurde ich vom 4:30er Pacemaker überholt und es krampfte leicht. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich das einzige mal den Gedanken auszusteigen, aber der Ehrgeiz war einfach zu groß. Es war dann eine Mischung von Gehpausen, dehnen und laufen, wobei ich bei letzterem sogar ein für diese Verhältnisse gutes Tempo machen konnte und die Leute die mich während meiner Gehpause überholt hatten wieder „entsorgen“ konnte. Ich wollte etwas Schadensbegrenzung betreiben und zumindest noch unter fünf Stunden ankommen.

laufen laufen laufen

Bei KM 36 gönnte ich mir eine 2 Minuten Massage-Pause, vielen Dank an die beiden Mädels! Mein Plan hätte aufgehen können, bis KM 41 kam ich weiterhin mit kleinen Pausen gut voran und ich wollte mir vor dem Brandenburger Tor noch einmal die Krämpfe rausdehnen, um zumindest einen schönen Abschluss hinzulegen, aber da war Feierabend. Mit verzerrtem Gesicht ins Ziel getrabt und ich wusste nicht ob ich mich freuen sollte oder weinen. Zielzeit 5:00:43. Matthias, Redakteur der Conti GripWorld, entdeckt mich direkt nach der Medaillenvergabe und irgendwie war ich froh gerade nicht alleine sein zu müssen. Beine schwer, Laune schlecht, ab ins Hotel unter die heiße Dusche und ein Bier gegen den Frust.

Etwas schimpfen muss ich mit dem Nerd in mir, da ich wusste, dass die Apple Watch im Trainingsmodus, aufgrund der permanenten Pulsmessung mehr Strom zieht und gegen 4:15 den „Geist“ aufgeben wird. Eventuell hätte ich mich vorher kurz damit beschäftigen sollen, ob ich das deaktivieren kann, da mich unterwegs nur Zeit/Strecke/Pace interessiert. Dass ich dann keine Musik mehr auf den Ohren hatte störte mich aber nicht, auf den letzten Kilometern war so eine geile Stimmung!

Not so happy…

Der Stolz ist immer noch nicht so richtig angekommen, auch wenn mir jeder was anderes erzählt. „Du hast gefinished!“ Der Ehrgeiz wollte einfach diesen geilen Moment mit dem Team in Berlin, tja. Aber es muss weitergehen und ich habe schon ein neues Ziel und da muss die Vorbereitung einfach passen, Marathon in Hannover April 2018!

Kurzer Erfahrungsbericht zur Stoffwechselkur

Die Stoffwechselkur, auch bekannt als hCG-Diät, ist relativ umstritten wenn man sich durchs Internet wühlt. Es gibt dabei 3 Phasen. Phase 1 wird den meisten gefallen, zwei Tage (fr)essen ohne Ende, schön richtig fettig! Anschließend kommt der „lustige“ Teil, drei Wochen lang nur 500 Kalorien pro Tag. Die hat man in der Regel schon, wenn man bei McDonalds durch die Tür geht und einmal einatmet, aber es gibt es tolle Rezepte und im Buch finden sich auch weitere Hinweise über Lebensmittel, die man nutzen oder meiden sollte. Ich will hier nur einen kurzen Erfahrungsbericht geben, aber zusammengefasst, keine Fette und Kohlehydrate in der strikten Phase (2). Unterstützend nimmt man hCG-Globuli, JA GLOBULI, deal with it! 😉

„hCG überlistet in gewisser Weise den Körper, indem es auf Regionen im Gehirn einwirkt, die für den Stoffwechsel, die Fettverbrennung und das Sättigungsgefühl zuständig sind.“ Das hCG Kochbuch

Jetzt kommt für viele der abschreckende Teil, denn man soll zusätzlich Supplements nehmen und die sind in den meisten Fällen der Kostentreiber. Nichtsdestotrotz haben wir uns hier für Lifeplus entschieden, da uns zum einen die Qualität überzeugt hat und zum anderen die Möglichkeit bietet durch Empfehlungen ein „kleines“ Nebeneinkommen aufzubauen. Wen das interessiert, der darf sich gerne an mich oder Cathy wenden. Back to topic, ich verlinke einfach mal den passenden Warenkorb und erkläre kurz die Bedeutung. Daily Plus ist ein Nährstoffshake der einen mit allen benötigten Vitaminen, Mineral- und Ballaststoffen versorgt. Schmeckt als hätte man sich Mund voraus einmal durch den Sandkasten der Kinder ziehen lassen und spült alles mit Wasser runter. Ekelhaft aber knallt! MSM hilft bei der Entgiftung, Omega 3 Fettsäuren sind selbsterklärend und als letztes noch OPC zum Zellschutz, dazu gibt entsprechende Literatur. Ihr werdet zu den meisten Sachen natürlich auch viel negative Kritik finden, da das aus der Richtung Heilpraktik/Esotherik kommt. Ausprobiert hab ich es trotzdem und die Resultate sprechen für sich. Durch die reduzierte Fettzufuhr zapft der Körper irgendwann die Fettreserven zur Energiegewinnung an und durch die Entgiftung kann es ein paar Tage lang zu Kopfschmerzen kommen. Obwohl ich das Prozedere schon durch die ketogene Ernährung bei Paleo kannte, fehlte mir bei langen Laufeinheiten doch die Power und ich hatte relativ schnell einen höheren Puls als gewohnt, weswegen ich mir ein bisschen Sorgen um die Marathonvorbereitung gemacht habe. Dass man ketogen auch einen Marathon laufen kann zeigt Daniel Pugge/lowcarbsport.

Wenn man rapide abnimmt besteht immer die Gefahr des „Jojo“-Effekts, deswegen Phase 3 oder Stabilisierungsphase. Das tägliche Kalorienziel liegt jetzt bei 1000 und es sind auch wieder mehr Lebensmittel erlaubt. Eigentlich geht diese Phase ebenfalls drei Wochen, aber durch unseren anstehenden Urlaub haben wir die Phase mehr oder weniger ausgelassen. Ich konnte aber das Trainingspensum direkt wieder erhöhen und mein Gewicht trotz ausgiebigem Schlemmen halten. Aktuell überlegen wir eine zweite Kur anzuhängen, ein paar Kilo sind immer noch zuviel da. 😉 Meine Empfehlung wenn das jemand ausprobieren will, macht es außerhalb der Vorbereitung und sucht euch einen Partner mit dem ihr das gemeinsam durchziehen könnte.

eAk

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