#EveryDayStories – Sportladen

Aktuell voll in Fitnesslaune… Lauftraining, Ernährungsumstellung, Krafttraining, Quality Time, was tut man nicht alles für sein Wohlbefinden. Speziell für das Lauftraining war ich auf der Suche nach einer Unterbringung für das Handy. Natürlich könnte man das Teil auch einfach mal zuhause liegen lassen und die Natur in ihrer vollen Pracht genießen, aaaber… zum einen tracke ich gerne meinen Fortschritt mit Runtastic, zum anderen ist Musik eine enorme Motivation für mich. Wenn man aber gerade ein Intervalltraining plant oder einen Tempolauf absolvieren möchte, dann gibt es bessere Orte für das Telefon als die weite Hosentasche. Da hat man das Gerät öfter zwischen den Beinen hängen als einem lieb ist und andauernd in der Hand zu halten, ist auf Dauer auch keine Lösung.

Früher war man stolz, wenn man das kleinste Handy hatte, doch mittlerweile geht der Trend wieder in die andere Richtung. Zu iPhone 4 Zeiten hab ich Leute mit einem Samsung Galaxy milde belächelt, heute besitze ich selbst einen Knochen in Form eines iPhone 6 Plus, den meine Freundin liebevoll als Telefonzelle bezeichnet. Aber missen möchte ich es keinen Tag mehr, außer vielleicht beim Laufen. 😉

Also muss ein Hilfsmittel her. Es gibt Hüllen für den Arm, ist bekannt, wäre aber eher die Notlösung. Ideal wäre ein passendes Bekleidungsmittel in welchem man sein Gadget unterbringen kann. Für Laufbekleidung kann man viel oder wenig Geld ausgeben und es gibt sie manchmal auch bei seinem Discounter um die Ecke. Obwohl ich mich mittlerweile im Bereich von 80-100km pro Monat bewege, bin ich bei der Auswahl der Klamotten eher sparsam. Also ging es als erstes für mich in die Essener Decathlon Filiale, da ich die Hausmarke vom Preis-Leistungs-Verhältnis relativ ansprechend finde. Rein in den Laden, Abteilung mit Laufbekleidung entdeckt, Hose geschnappt, in enge Hose gezwängt, Kompliment für sexy Beine bekommen,Handy in der Hose verstaut, Hose ausgezogen, gekauft, nach Hause gegangen, Hose angezogen, laufen gegangen. Es könnte so einfach sein. Normalerweise bin ich nach spätestens 15 Minuten fertig beim Shoppen und stehe mit gepackter Tüte vor dem Laden. Jetzt muss man nur noch erwähnen, dass zum Beispiel einige der Laufhosen explizit mit einer benutzerfreundlichen Möglichkeit ausgestattet sind, in der man das Handy unterbringen kann.

Beim Laufen ist das Handy sicher in der Reißverschlusstasche verstaut.

Bequem zu Verstauen

Aber anscheinend definiert man Handy in jedem Universum anders oder das Smartphone gehört einfach nicht zu dieser Gattung. Auf jeden Fall, es passt einfach nicht rein, weder quer, gerade, schräg, hochkant oder sonst wie. Nach einer kurzen Unterredung mit einem der anwesenden Verkäufer kamen wir zur gleichen Erkenntnis und ich konnte mehr oder weniger glücklich den Laden verlassen, ohne Artikel. Nächster Halt SportScheck, leider auch dort das gleiche Bild, nichts passendes, aber immerhin gab es meine angedachte Notlösung mit dem Sportarmband. Ich hatte schon fast meine Entscheidung getroffen, da kam ein motivierter Mitarbeiter an, wir spulten das gleiche Gespräch wie vorher bei Decathlon ab. Letztendlich fiel meine Wahl auf das Sportarmband in meinen Fingern und ich war auf dem Weg zur Kasse. Die Geschichte könnte an dieser Stelle jetzt einfach enden, aber dann hätte ich wenig Grund gehabt diese Worte hier zu schreiben, denn jetzt kommt das Erlebnis, welches einen am liebsten dazu veranlassen würde, den Laden direkt wieder zu verlassen.

Verkäufer sind ja oft daran interessiert die Beratung mit einem Verkauf zu krönen und dafür gibt es wahrscheinlich einfache Gründe. Zum einen, man möchte einfach ein guter Verkäufer sein und ist glücklich wenn der Kunde glücklich ist, man wird daran gemessen, wie viele abgeschlossene Verkäufe man hat oder aber der Höhepunkt, wenn man für seine Verkäufe noch mit einer Provision bedacht wird. Letzten Endes gönne ich dem Verkäufer auch jegliches Glücksgefühl, aber es geht mir gegen den Strich, wenn man die eindeutige Intention hinter einem Beratungsgespräch herausschmeckt.

Ich stand also mit meinem ausgesuchten Artikel in der Hand, da packt er sein grundschulmäßiges Stickerheft aus und klebt mir seine Verkäufernummer auf die Verpackung. Das wäre für mich noch nicht einmal das schlimmste, als er schließlich den Wert für seine Statistik sichergestellt hatte, war er auch nicht mehr wirklich am Gespräch interessiert und signalisierte dies durch unauffälliges Entfernen vom Tatort. Höflicherweise bedankte ich mich kurz und trat den Weg zur Kasse an, während ich den Aufkleber wieder entfernte.

Vor ein paar Wochen hatten wir ein ähnliches Erlebnis, ebenfalls in einem Sportladen, als plötzlich der Verkäufer neben uns stand und vollen Einsatz zeigte, während er in Ruhe sein Brötchen fertig aß. Da sollte man sich nicht wundern, wenn viele Leute mittlerweile ausschließlich im Internet bestellen, die Beratungsleistung ist fast die gleiche, aber oft zum deutlich günstigeren Preis.

eAk

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