Berlin the weekend

Wenn ich nach dem Kurs zurück ins Hotel gehe, mein Zimmer betrete und den Strom anschalte, wundere ich mich jedes mal darüber, dass alle Lampen an sind. Ein bisschen ärgere ich mich auch darüber, dass ich auf das Doppelbett springen muss, um die Nachttischlampe auf der anderen Seite wieder auszuschalten. First World Problems. Es ist Montag, wir haben gerade Mittagspause und unser neuer Referent versucht uns bis Freitag noch ordentlich Stoff in die Birne zu knallen.

Bei der Auswahl der Restaurants für das Abendessen verlasse ich mich großzügig auf die Damen an der Rezeption, hat ja bis jetzt auch gut funktioniert. Am Freitag Abend musste ich nicht weit laufen. Ein paar Meter weiter als der SAP Standort befindet sich das Transit, ein Mix aus thailändischem und indonesischem Essen. Der Laden ist brechend voll und ich fühle mich ein bisschen wie in einem Club: laute Musik, abgedunkeltes Licht. Wartend stehen zwei Damen und ich im Eingangsbereich und warten auf einen freien Tisch. Nach ein paar Minuten werden wir zu einem Tisch begleitet, mit dem Hinweis, dass dieser in einer Stunde wieder reserviert ist. Die Bestellung erinnert an einen Tapas-Laden, es gibt eine Auswahl an verschiedenen Gerichten, welche in kleinen Schälchen serviert werden. Meine Wahl fällt auf DUCK IN PYJAMAS, SMOKY SATE, CRUNCHY STRIPS, COZY GREEN CURRY und HARVEST GOLD. Was sich hinter den ganzen lustigen Namen verbirgt, kann man sich auf der Homepage anschauen. Die Atmosphäre im Lokal ist jung und modern, muss man eben mögen, aber das Essen ist definitiv einen Besuch wert.

Essen im Transit

Essen im Transit

Ich bin kaputt von der Woche und laufe noch ein wenig durch das Viertel, aber nichts Erwähnenswertes. Für Samstag Morgen stand der ausgemachte EMS-Trainings-Termin auf dem Programm. Pünktlich wie die Maurer tauche ich im Laden auf und erhalte die erste Einführung. Das interessante an dem Training ist, dass 20 Minuten pro Woche ausreichen sollen, also ideal für mich. Ich werde in eng anliegende Trainingsklamotten gestopft und mir wird die Elektroden-Weste umgelegt, die entsprechenden Stellen sind zur Verbesserung der Leitfähigkeit mit warmem Wasser besprüht. Das Ganze muss für den Kontakt eng anliegen, ein bisschen fühle ich mich wie eine Presswurst, die sich gerade eingepisst hat. Die Elektroden befinden sich dabei an den wichtigsten, zu trainierenden Stellen: Bauch, Brust, Oberarme, oberer Rücken, unterer Rücken und den Oberschenkeln. Zu Beginn wird für jede Stelle eine passende Stromstärke eingestellt, und schon stecke ich mitten im richtigen Training.

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Zwanzig Minuten lang, jeweils im Wechsel, vier Sekunden Strom und vier Sekunden Pause. Währenddessen wird sich aber nicht einfach ausgeruht, sondern es gibt verschiedene Stellungen, die man dabei einnimmt. In der vier-sekündigen Trainingsphase gilt es, die Muskeln anzuspannen und zum Beispiel die „Butterfly“-Bewegung durchzuführen. Nach den versprochenen zwanzig Minuten und einiger Nachjustierung freue ich mich leicht verschwitzt das Training ohne einen Krampf beendet zu haben. Da ich bei solchen Konzepten leicht skeptisch bin, vereinbare ich für Mitte der Woche noch einen Termin und warte erstmal auf den Muskelkater, dieser soll nach circa 1-2 Tagen einsetzen. An sich ist das EMS-Training interessant, aber man müsste es über einen längeren Zeitraum als nur zwei Probetrainings verfolgen. Das Problem an der Sache ist, dass dieses Training, ohne ein Abo abzuschließen,  nicht gerade preiswert ist. Das  günstigste Angebot beträgt 20 € pro Training, Laufzeit 18 Monate. Ein Einzeltraining hingegen schlägt mit 70 € zu Buche oder bei einer 10er Karte sind es immerhin noch 50 €. Weitere Informationen findet man auf der Seite des Anbieters Body Street. Mal schauen, wie sich das bei mir nach dem zweiten Training verhält.

Kellergeschoss im Wheadon (c) by Wheadon

Kellergeschoss im Wheadon (c) by Wheadon

Ergebnis nach dem Barber-Shop

Ergebnis nach dem Barber-Shop

Zu meinem Glück muss ich sagen, dass der Friseur neben der Body Street-Filiale keinen Termin mehr frei hatte, sonst hätte ich eine richtig richtig coole Erfahrung verpasst. Auf der Suche nach einem Friseur stolpere ich über einen Laden mit dem Schild „Barber-Shop“. Ich glaube, der Unterschied zu einem normalen Friseur liegt darin, dass der Barbier hauptsächlich Männer als Kunden hat, sich zudem aber auch dem Bart widmet. Ich habe also den Laden gestürmt und zu meinem Vorteil war der aktuelle Kunde spät dran, daher konnte ich direkt mitkommen. Der Keller hat irgendwie eine düstere, aber dennoch einladende Szenerie. Es gibt nur einen Platz, also keine Massenabfertigung und durch die geschickte Spiegelkonstruktion fühlt man sich im Mittelpunkt. Will kommt aus New York und bietet mir erstmal eine Tasse Tee an. Die „Vorführung“ dauert eine gute Stunde und es wirkt auf mich nicht wirklich wie Arbeit, sondern hat ein bisschen etwas Künstlerisches. Highlight für mich war die Fadenmethode zum Ziehen unnützer Gesichtsbehaarung, wie man es eigentlich von türkischen Friseuren kennt. Ich fühle mich wie neugeboren mit Bart, lasse mich für Montag zu einer Gesichtsbehandlung, dem Post-Berghain-Treatment, „überreden“ und ziehe glücklich von dannen. Ein schöner Bericht zum Laden inklusive Interview mit der Gründerin lässt sich hier einsehen. Den Shop findet ihr in Berlin Mitte, Details auf der Homepage vom Wheadon.

Olympiastadion Berlin

Olympiastadion Berlin

Angekündigt hatte ich es bereits, ich habe mir  eine Karte für DAS Bundesliga-Spiel geholt, Berlin gegen Hangover. Super Plätze, vierte Reihe, hätte sogar einen Flitzer machen können. Dies wäre bestimmt das Highlight des Spiels gewesen. Mein Platz befand sich Richtung Marathontor, in der ersten Halbzeit spielte Hannover auf dieses Tor, aber Berlin hatte mehr vom Spiel, deswegen hat man nichts gesehen. Nach der Halbzeit schoss 96 dann 3 Tore, aber auf der anderen Seite. Manchmal verliert man, und manchmal gewinnen die anderen! Das Olympiastadion ist schon ein imposantes Bauwerk und ich hoffe doch, dass ich mal ein DFB-Pokal-Finale zwischen Bayern und Dortmund sehen darf, dann ist da auch wenigstens ein bisschen Stimmung.

Hofbräuhaus Berlin

Hofbräuhaus Berlin

Damit ich doch noch ein positives Fußballerlebnis haben konnte, machte ich mich auf den Weg ins Hofbräuhaus in Berlin Mitte, um mir meine Bayern gegen Leverkusen anzuschauen. A schene Goaßa Moaß un a poar Weißwiascht mit a Brezn. Gewonnen haben wir auch, zusätzlich hatte ich ein nettes Leverkusener Paar am Tisch, so kann man den Tag entspannt ausklingen lassen.

Den Sonntag habe ich aufgrund des schönen Wetters dann auch mehr im Hotel verbracht. Als Lernpause habe ich einen kleinen Ausflug zum Berliner Hauptbahnhof unternommen, um  meine Drive-Now-Karte abzuholen und um diese dann auch mal direkt einzusetzen. Ich habe mir einen kleinen 1er BMW ausgeliehen, um endlich einmal herauszufinden, wo ich vor sieben Jahren in Berlin gewohnt habe. Die Wohnung liegt in der Malmöer Straße, S-Bahn-Haltestelle war die Schönhauser Allee. Leider habe ich mich nicht getraut zu klingeln und zu fragen, ob man nochmal einen Blick auf die Wohnung werfen dürfe. Ich war mir auch nicht mehr ganz sicher, was die Hausnummer und das Stockwerk angeht; aber trotzdem schön zu wissen, wo das war.

Ein schönes Wochenende war es auf jeden Fall…

Liebe Grüße aus Berlin.

eAk

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