Berlin 3+4=7

Es sind zwar keine sieben Tage, aber die erste Woche ist vorbei. Mal ein kleines Fazit ziehen; Berlin ist nach wie vor eine tolle Stadt, aber auch ziemlich kontrovers. Der Kurs sorgt für viel Kurzweil, lässt aber auch nicht viel Zeit für anderes. Ich habe es mir demnach zumindest zum Ziel gemacht, eine kulinarische Rundreise zu machen. Essen kann ich und muss ich sowieso jeden Tag.

Ich habe es mir gerade in der Lounge neben dem Kamin gemütlich gemacht und plane den Abend. Ideen fürs Essen habe ich mir vorsorglich schon gestern besorgt. Nach meinem Fußball-Abend am Dienstag im American Diner ging es zunächst nach Indien. Die erste Essensempfehlung führte mich ins Amrit, zu einem wirklich fantastischen Chicken Curry. Dort fiel mir dann auch die erste Besonderheit von manchen der Berliner Restaurants auf: Eine Art Türsteher – vielleicht geht das auch in Richtung Zuhälter – auf jeden Fall steht dieser Mensch, bei diesem Wetter noch dick eingepackt, vor dem Laden und preist seine Nutte, ehh das Restaurant, an. Es war wirklich interessant anzusehen, mich musste aber keiner anfixen, denn ich hatte das Amrit auch so als Ziel. Der Laden ist ganz nett, Essen klasse, Bedienung ein bisschen verschlafen. Wenn das so weiter geht, dann wechsel ich einfach den Beruf und werde Restaurant-Tester, dann kann ich mir auch getrost die Wohlstandsplauze erlauben.

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Das Wetter soll zwar am Wochenende eher durchwachsen werden, aber einige Aktivitäten habe ich mir schon mal zurechtgelegt, ansonsten wird die restliche Zeit weiter ins Lernen investiert. Direkt morgen Früh habe ich mich für ein EMS-Probetraining angemeldet, angeblich sollen 20 Minuten Training für eine ganze Woche ausreichen. Der Laden ist hier direkt auf der anderen Straßenseite und sah im Vorbeigehen ziemlich lustig aus. Wer sich unter EMS nichts vorstellen kann, ich bis jetzt auch noch nicht so viel, Training mit elektrischen Impulsen. Morgen kann ich mehr berichten, wenn ich mich habe quälen lassen.

Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin. Einer der Fußballsätze, die man als Bayern-Fan glücklicherweise öfter sagen darf. Ich hatte bis jetzt auch noch nie versucht, Karten für das DFB-Pokal-Endspiel zu bekommen, jedoch lief die Bestellfrist Mitte dieser Woche aus und mal schauen, wie viel Glück ich haben werde, die zwei Karten zu bekommen. Aber wenn ich schon mal in Berlin bin, dann will ich auf jeden Fall das Stadion sehen und habe mir aus diesem Grund spontan eine Karte für das absolute Topspiel zwischen Hertha und Hannover 96 geholt. Ironie Ende. Den Spaß wollte ich mir nicht nehmen lassen.

Zurück zum Essen: Nach Indien stand gestern Abend die Türkei auf der Liste. Das Hasir in Berlin Mitte wirkt ziemlich edel, wenn man den Laden betritt und da ich absolut keine Ahnung habe, was man bei einem Türken außer Kebab bestellt, ließ ich mich einfach überraschen. Ich durfte mich über ein Lammkarree mit grünen Bohnen und Auberginenpüree freuen, das Lamm auch noch schön auf dem Tisch vor meinen Augen zerteilt, simply fucking awesome. Sorry, für den kleinen Ausrutscher, aber das Fleisch war einfach nur ein Traum. Dazu ein leckerer, trockener Rotwein aus der Türkei. Gelungenes Abendessen.

Fundstück der Woche

Fundstück der Woche

Trauriges am Rande: Ich war gestern Abend noch kurz in der Sparkasse direkt um die Ecke. Mir war bewusst, dass man in Metropolen potentiell eher auf Obdachlose trifft als bei uns, aber ich traf direkt auf zwei. Der erste lag schlafend in einer unbequemen Pose im Eingangsbereich, der zweite saß im Raum mit den Geldautomaten. Der auftretende Geruch ließ einen nur erahnen, wann die letzte Wäsche stattfand. Etwas, was man einfach nicht jeden Tag sieht und einem doch irgendwie bewusst macht, wie vergänglich alles ist.

Mal schauen, was mich in Berlin noch so erwartet, ich habe für die zweite Woche noch ein paar Ideen.

Ich gehe mir jetzt langsam etwas zu Essen suchen und wünsche euch einen schönen Abend.

Viele Grüße aus Berlin…

eAk

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