#kommentar Böses Böses WhatsApp

Zum Glück wurde es nach dem „Facebook kauft WhatsApp“-Drama in den letzten Wochen etwas ruhiger. Die Wogen haben sich geglättet, die Menschen benutzen WhatsApp genauso wie vorher und dafür, dass alle Welt dem Messenger den Rücken zukehren wollte, sind es sogar mehr Nutzer geworden. Heute aber dann doch mal wieder ein Schock, als ich in meinem Newsfeed folgendes lesen „durfte“.

Digitale Enteignung: Wer bei WhatsApp senden drückt, tritt das Bild-Recht ab – WhatsApp: So dreist klaut der Messenger ihre Rechte…

Der Titel enthält zwar das Wort BILD und man könnte Rückschlüsse auf das Niveau des Magazins schließen, jedoch tauchte der Artikel beim Focus auf. (Link zum Artikel im letzten Absatz)

Was ist passiert?

Nach Jahren der intensiven Nutzung, kam irgendein schlauer Mensch auf die Idee, sich doch einmal die Nutzungsbedingungen (AGB) durchzulesen. Wie bei vielen Online-Diensten/Services/Portalen räumt man beim Versenden einer Nachricht, hier speziell Bildnachricht, dem Dienstleister ein uneingeschränktes Nutzungsrecht ein. Diesen „Skandal“ gab es bei Facebook, aber auch viele andere Portale bedienen sich dieser Klausel, Flickr, Instagram, etc. Der unbedachte Nutzer schlägt an dieser Stelle bereits Alarm, ohne sich konkrete Gedanken zu machen. Natürlich ist es nicht schön, wenn man für seine Bilder ein Nutzungsrecht abtreten muss, macht aber im Gesamtkontext Sinn.

Vorab der Hinweis: Dieser Text spiegelt nur meine Meinung wider, keine rechtsrelevanten Aussagen.

Vergleich mit Facebook

Lassen wir einmal WhatsApp außen vor. Facebook verwendet das gleiche Prinzip und arbeitet dabei mit einer sogenannten IP-Lizenz. Facebook benötigt dieses Nutzungsrecht, um die Medien (Text, Bild, etc.) in eurem Newsfeed oder in den Profilen darzustellen. Grundsätzlich muss man aber auch eingestehen, dass Facebook tatsächlich die Möglichkeit hätte, ohne euch zu benachrichtigen, eure Medien zu verwenden, auch zu Werbezwecken. Bis jetzt ist dies aber nicht der Fall und dürfte sich auch nicht ändern. In dieser Hinsicht muss man dem Unternehmen einen Vertrauensvorschuss geben. Ein Skandal, hervorgerufen durch solch einen Vertrauensbruch, wäre der Untergang.

Back to topic…

Bei der Diskussion mit einem Kollegen, fiel im Bezug zu Facebook das Wort „Showcase“ und man würde sprichwörtlich Äpfel mit Birnen vergleichen, da es sich bei WhatsApp um einen Messenger handelt. Jedoch beauftrage ich einen Dienstleister mit der Übermittlung meiner Nachrichten und auch wenn diese im Anschluss vom Server gelöscht werden, die Daten müssen für die Übertragung verarbeitet werden. Ob ich jetzt für die Übermittlung Nutzungsrechte aussprechen muss sei dahingestellt und würde wahrscheinlich zu einer endlosen Diskussion führen.

Eine Geschichte, ob Märchen oder nicht, bei der ein Mann den Autopilot seines  Wohnmobils einschaltet und sich während der Fahrt nach hinten begibt um Kaffee zu kochen. Aufgrund des fehlenden Warnhinweises im Handbuch verklagt er den Hersteller. Basierend auf solchen Geschichten/Fällen würde ich vermuten, dass Anbieter versuchen, sich umfassend abzusichern. Bei WhatsApp könnte der Fall eintreten, dass die Vereinbarungen hinfällig sind, da die Nutzungsbedingungen nicht auf Deutsch verfügbar sind. Ob Messenger oder nicht, selbst bei den „ehemaligen“ Größen wie ICQ, MSN oder AIM gab/gibt es solche Klauseln.

Hirn an

Dennoch sollte man anfangen sich Gedanken über die Verwendung seiner Daten zu machen und nicht erst wenn der nächste Skandal bereits im Haus steht. Nicht alles glauben und eventuell auch mal selbst hinterfragen. Wer sich ein bisschen tiefer in die Materie einlesen möchte, der findet einen sehr guten Artikel auf allfacebook.de, wer eher auf leichte Kost steht, hier der versprochene Link zum Focus.

 

eAk

Kommentar verfassen